Die 76%
Das Liberation-Protocol ist aus der Erkenntnis entstanden, dass der Kapitalismus dazu tendiert,
Chancen und Ressourcen zunehmend zugunsten weniger zu konzentrieren.
Ist das schön? Nein! Aber – trägt irgendwer eine Schuld? Es ist kompliziert – im Kern aber: Nein!
Allerdings ist das, was wir tun, kein Naturgesetz. Wir können es ändern. Jedoch sehe ich Elemente, die es verhindern:
- Es traut sich keiner, eine Zukunft / eine Vision zu zeichnen, wie es anders sein könnte.
- Auch fehlt eine verständliche Strategie, sie zu erreichen.
- Es ist psychologisch problematisch, zuzugeben, sein Leben sinnlos entwertet zu haben.
Dies soll aber keine wirkliche Rolle spielen. Entscheidend ist: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“ Art. 20 Abs. 2 GG.
Ist dies auch wirklich so? In der Praxis machen wir alle vier Jahre zwei Kreuzchen.
Zu diesem Zeitpunkt endet die direkte Einflussnahme des Bürgers. Danach regiert die Partei – oder was in der Vergangenheit passierte:
Es wird koaliert. Dieser Prozess ist ohne Bürgerbeteiligung. In den Verhandlungen werden die schwammigen Wahlversprechen
der beteiligten Parteien so weichgespült, dass sie dem Gegner genehm sind. Eine direkte Bürgerbeteiligung ist in diesem Prozess strukturell nicht vorgesehen.
Anschließend wird regiert – und alles, was folgt, findet ohne den Bürger statt. Hat uns das GG hinters Licht geführt?
Nein – hat es nicht! Nur: wer am Straßenrand schreit oder sich auf die Straße klebt, erreicht selten strukturelle Veränderung.
Wenn sich aufgrund einer Demo etwas verändert, deckt es sich meist ohnehin mit dem politischen Kurs bzw. ist politisch von geringem Gewicht.
Exakt hier gilt: Man muss rein in die Parteien. Finger weg davon, eine neue Partei zu gründen. Das ist viel Aufwand und
dauert einfach zu lange. Außerdem hat das strukturelle Probleme.
Daher das Unterspülen aller Parteien mit mindestens 76% Gleichgesinnten. Hier scheint der wirksamste Hebel zu liegen.
Politische Verortung
Beim Schreiben habe ich mich gefragt, wo sich dieses How-To politisch verorten würde.
Manche mögen meinen: nirgends. Ich würde dem widersprechen. Denn es ist überall zu Hause:
- sozial: Die wahre Gerechtigkeit – Schutz der Schwachen und gerechte Teilhabe.
- rechts: Souveränität und Ordnung – Erhalt der Heimat, nationale Souveränität und Sicherheit.
- grün: Radikale Nachhaltigkeit – Bewahrung der Schöpfung und ökologisches Gleichgewicht.
- liberal: Die absolute Freiheit – Selbstverantwortung und Freiheit des Individuums gegenüber dem Staat.
- christlich: Die Würde des Menschen – Nächstenliebe und die Unantastbarkeit der Person.
- links: Überwindung der Klassen – Aufhebung von Herrschaftsverhältnissen und Eigentum an Produktionsmitteln.
Das ist erst mal interessant – offenbart aber etwas Wesentliches.
Eine einzelne Partei bietet keine vollständige Lösung. Eine Partei ist bestenfalls eine fragmentierte Lösung – und somit ein Teil der Gesamtlösung.
Daraus folgt eine Koalition. Da Fraktionsinteressen, Ideologie und Dogma strukturell oft schwerer wiegen als überparteiliche Gemeinwohlinteressen, neigt diese zur Blockade.
Und daraus folgt: Das System, wie es jetzt läuft, stößt strukturell an seine Grenzen.
Diese 76% sind daher auch der Schlüssel, diese Blockaden aus Ideologie, Fraktion und Dogma zu durchbrechen.
Nebeneffekte ohne aktive Teilnahme
Denkt man an das Ergebnis dieses Protocol – also seine Auswirkungen -, wird auch schnell klar: Es kann mehr.
- Beschaffungskriminalität (wie Krieg): bedeutungslos, effektfrei
- Würde das Ausland mitmachen: „Fluchtursachen bekämpfen“ wäre keine hohle Phrase mehr
- Recht – das heute stark auf wirtschaftliche Interessen ausgerichtet ist – könnte auf ein „Geh dem anderen nicht auf den Senkel“ reduziert werden
Dies sind Nebeneffekte, die sich ergeben würden. Der Grund liegt auf der Hand: auch hier war der Kapitalismus die einzige Existenzberechtigung dieser Phänomene.
Schlusswort
Mir geht es nicht darum, dieses Protocol in dieser Form umzusetzen.
Es dient diesen Zwecken:
- Aufzeigen, dass es Möglichkeiten gibt, das Ruder herumzureißen
- Zu ermutigen, ein, zwei Schritte zurückzutreten, um das große Ganze zu erkennen und selbst zu bewerten
Für einen 50-Jährigen (2026) fiel die Wahl folgerichtig auf die Gen-Z/Gen Alpha. Wieso? Sie merken, irgendetwas
stimmt hier nicht – und auf ihre Art und Weise versuchen sie es immer wieder auszudrücken – ecken aber meist nur an.
Entweder werden sie dann mit Kopfschütteln abgewimmelt oder nur nicht verstanden. Aber wie schon erwähnt:
Auf der Straße schreien bewegt nichts. Gar nichts. Das Protocol ist daher mehr als ein How-To zu sehen, um eine
Methodik aufzuzeigen, wie ihr das Ruder in die Hand bekommt und wie ihr es inhaltlich, als grober Bauplan,
ausgestalten könnte.
Der Kapitalismus war ein nützlicher Begleiter – keine Frage. Nun zeigt er zunehmend destruktive Züge – und wir haben die Chance, etwas Neues zu errichten.